KW9 | Ausgabe 5 | Echt wahr

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00:00:00: Die Systemfalle, wenn der Chef die Arbeit für Inexistent erklärt.

00:00:07: Herr Sutter arbeitet im Außendienst.

00:00:10: Sein Zuhause ist sein Büro, seine Arbeitstage plant er selbst – alles läuft bestens!

00:00:17: Bis sein Chef ihn zu einem Gespräch bittet, dass sein Berufsleben aus den Angeln hebt….

00:00:23: Der Vorwurf?

00:00:24: Er habe an fünf und dreißig Tagen einfach nichts getan …der Beweis keine Daten im System.

00:00:31: Es ist ein Termin, der eigentlich Routine sein sollte.

00:00:35: Es geht um ein neues Dienst-Handy!

00:00:37: Doch als Herr Sutter das Büro seines Vorgesetzten betritt, spürt er gleich – hier herrscht eine unangenehme Atmosphäre.

00:00:46: Ohne Vorwarnung wird er mit einer Liste konfrontiert.

00:00:51: Es ist eine Auswertung aus dem sogenannten ERP-System, der Software in der Kundenbesuche dokumentiert werden.

00:01:00: Die Behauptung des Arbeitgebers?

00:01:02: Sie haben an thirty-fünf Tagen nicht gearbeitet.

00:01:06: Herr Sutter ist fassungslos, sein Chef weiß doch ganz genau wie viel Arbeit neben den Kundenbesuchen noch zu seinem Job im Außendienst zählt!

00:01:16: Routenplanen, Fahrzeiten berechnen, Angebote mühsam nachfassen, Reklamationen bearbeiten, Liefertermine koordinieren oder telefonieren.

00:01:26: Tätigkeiten, für die Herr Sutter nicht jedes Mal die Maus klickt und so eine digitale Aufzeichnung im System hinterlässt.

00:01:34: Doch die Entscheidung steht fest – Entlassung!

00:01:37: Wegen beharrlicher Pflichtverletzung.

00:01:41: Von heute auf morgen steht der erfahrene Fachmann ohne Job da – gebranntmarkt als Blaumacher Wenn Daten die Realität verzerren Was der Arbeitgeber völlig ignorierte.

00:01:57: In Herrn Suthers Arbeitsvertrag war ausdrücklich vereinbart, dass er von der Pflicht zur Arbeitszeitaufzeichnung befreit ist und seine Zeit frei einteilen kann.

00:02:09: Zuerst befreibt man den Mitarbeiter von der Dokumentationspflicht und danach wirft man ihm genau das vor – Das ist ein Widerspruch in sich unrechtlich unhaltbar.

00:02:20: Er klärt AK-Expertin Barbara Hofer-Guns die Die Vertretung von Herrn Sutter übernahm Die AK vor Alberg klagte, der Fall landete vor dem Landesgericht Feldkirch.

00:02:32: Dort zeigte sich schnell wie lückenhaft die Argumentation der Firma war.

00:02:37: Die Behauptung des Arbeitgebers Herr Sutter habe nicht gearbeitet entpuppte sich als bloße Schlussfolgerung aus lückenhaften Systemdaten.

00:02:47: Nur weil Herr Suter an manchen Tagen keinen digitalen Besuchsbericht tippte bedeutete das Nicht dass er untätig war im Gegenteil.

00:02:57: Die Arbeiterkammer konnte im Verfahren nachweisen, dass Herr Sutter an einigen der besagten Tage sogar an Schulungen direkt in Betrieb teilgenommen oder Reisekosten für Kundentermine abgerechnet hatte.

00:03:10: Vom Schock zur Gerechtigkeit.

00:03:13: Die Richterin fand in ihrem Urteil deutliche Worte.

00:03:16: Aus lückenhaften Computerdaten kann man nicht automatisch auf Untätigkeit schließen.

00:03:22: Besonders im Außendienst und im Homeoffice braucht es ein höheres Maß an Vertrauen.

00:03:29: Wer eine präzise Dokumentation will, muss das vorher klar kommunizieren und bei Verstößen abmahnen und kann nicht sofort die schärfste Waffe des Arbeitsrechts ziehen – Die Entlassung!

00:03:41: Für Herrn Sutter hat sich der Einsatz der Arbeiterkammer gelohnt.

00:03:46: Das Gericht stellte die Unrechtmäßigkeit der Entlassungen fest und sprach dem Außendienstmitarbeiter eine Kündigungsentschädigung sowie die Urlaubsersatzleistung zu.

00:03:57: Insgesamt, ein Betrag der den erlittenen Stress nicht umgeschehen macht aber Herrn Sutter zumindest finanziell entschädigt und sein Selbstwertgefühl als gewissenhafter Mitarbeiter wiederherstellt.

00:04:17: Stunden immer aufzeichnen Die AK-Expertinnen raten ihnen dringend.

00:04:23: Auch wenn der Chef keine Aufzeichnungen verlangt, führen sie immer genau Buch über ihre Arbeitsstunden.

00:04:29: Der kostenlose AK-Kalender ist der ideale Begleiter dafür.

00:04:34: Im Ernstfall machen Ihre schriftlichen Aufzeichningen den Unterschied gegenüber der kalten Logik von Systemdaten die manchmal lückenhaft sind!

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