KW9 | Ausgabe 5 | Doppelleben
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00:00:00: Feuer und Flamme für die Feuerwehr.
00:00:04: Katharina Karnika brennt für die Steuerwehr, nicht umsonst hat sich die passionierte Feuerwehrfrau aus Trosters vor über zehn Jahren auch noch für eine Stelle beim Landesfeuerwehrverband beworben.
00:00:17: Dort arbeitet die zweifache Mutter bis heute leidenschaftlich gerne wenn es nicht gerade woanders brenn.
00:00:25: Langsam fühlt sich der große Besprechungsraum im Hauptsitz des Landes Feuerwehrverbandes in der Florianistraße I. in Feldkech.
00:00:34: Es ist Viertel vor zehn und wie jeden Montagvormittag wird hier gleich die Wochenbesprechung mit dem ganzen Team stattfinden.
00:00:42: Zwanzig Personen arbeiten in der Verbandszentrale aller Vorarlberger Orts- und Betriebsfeuerwehren.
00:00:49: Ihre Aufgaben?
00:00:51: Die landesweite Aus- und Weiterbildung, die Vertretung Feuerwehr spezifischer Interessen, Servicedienstleistungen für die Feuerwehren im Land und die Beratung von Behörden.
00:01:02: Katharina arbeitet hier in der Verwaltung und hat damit einen Job, der vielfältiger kaum sein könnte.
00:01:10: Katharina – die Verwaltungsangestellte Als Katharina aus dem Büro des Feldkircher Bürgermeisters.
00:01:21: In ihrem neuen Job war sie zunächst für den Empfang und einige Verwaltungsaufgaben zuständig.
00:01:28: Heute kümmert sie sich um das gesamte Veranstaltungsmanagement- und den Jahresbericht, ist Ansprechpartnerin für Ehrungen und für Zivildienstleistende, hält ab und an Kurse und ist verantwortlich für die Personalverrechnung und die Öffentlichkeitsarbeit.
00:01:45: Dazu gehört zu einem großen Teil auch die Gestaltung von Unterrichtsmaterialien wie zum Beispiel von Schulungspostern und Ähnlichem.
00:01:55: Nebenbei kümmert sich Katharina auch noch um den Social Media Auftritt des Verbandes, und betreut die Website.
00:02:03: Vollgas in Teilzeit.
00:02:06: Seit Katharina, das erste Mal Mama geworden ist, arbeitet sie in Teil Zeit – anfangs geringfügig!
00:02:14: Inzwischen sind ihre Kinder acht- und fünf Jahre alt und Katharina arbeitet jeden Vormittag.
00:02:20: Heute ist sie seit Viertel vor acht im Büro.
00:02:23: Die Mails hat sie bereits abgearbeitet und die Fotos der letzten Veranstaltungen in den sozialen Medien gepostet.
00:02:32: Nach der Besprechung wird sie sich noch um ein Schulungsplakat kümmern, das gestaltet werden muss – und schreibt den Newsletter fertig, der ca.
00:02:40: alle zwei Monate an die ganzen Feuerwehren im Land rausgeht!
00:02:44: Der Montag ist immer zu kurz, lacht sie Doch vorbei ist der Tag nach der Arbeit für Katharina noch lange nicht.
00:02:52: Denn zu Hause warten am Nachmittag noch eine ganze Reihe anderer Aufgaben.
00:02:57: Mir ist es wichtig, dass ich da bin wenn Clara und Lawrence heimkommen sagt sie.
00:03:01: Nach der Schule und dem Kindergarten wird gemeinsam gegessen, Katharina hilft bei den Hausaufgaben und unternimmt an Nachmittage meistens auch etwas mit den Kindern – dann ist das schon wieder Zeit fürs Abendessen!
00:03:15: Während ihr Mann Fabian ebenfalls Feuerwehrmitglied aus Leidenschaft die Kinder bald danach ins Bett bringt, macht sich Katharina schon etwas früher auf den Weg in Richtung Feuerwehrhaus.
00:03:27: Er wird später nachkommen und die Oma übernimmt zu Hause das Kommando.
00:03:32: Katharina – Die Feuerwehrfrau Wie jeden Montag steht für die Feuerwehr Feldkirch Toasters um zwanzig Uhr die wöchentliche Probe an.
00:03:43: Als Zugkommandantin gehört Katharina zu den Führungskräften ihrer Wache.
00:03:48: Darum trifft sie sich schon eine halbe Stunde früher, um mit den anderen Führungskräften unter anderem den genauen Ablauf zu besprechen.
00:03:57: Heute soll ein Brandeinsatz geprobt werden – schon wieder lacht sie und wird gleich wieder ernst!
00:04:03: Aber im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen ohne Diskussionen oder langes überlegen und das funktioniert eben nur wenn man dieselben Abläufe immer und immer wieder
00:04:13: probt.".
00:04:16: Jungfeuerwehrlerinnen der ersten Stunde.
00:04:19: Katharina ist mit von der Partie, seit die Ortsfeuerwehr Toasters' – zweitausendfünf eine eigene Jugendgruppe gründete.
00:04:27: Damals war ich vierzehn, erzählt sie.
00:04:30: Mit sechzehn Jahren kam sie in den sogenannten Aktivstand.
00:04:35: Seither hat Katharina ihren Pager Tag und Nacht bei sich.
00:04:39: Geht einen stiller Alarm ein kann sie dort direkt ablesen worum es geht und entscheiden, ob sie am Einsatz teilnehmen kann oder nicht.
00:04:48: Da es in Vorarlberg nur freiwillige Feuerwehren gibt ist der Großteil der Mitglieder berufstätig und kann nicht in jeder Situation alles stehen und liegen lassen – obwohl die Arbeitgeberinnen in Voralberg diesbezüglich sehr verständnisvoll sein betont Katharina und ergänzt Schmunzelt meiner natürlich auch.
00:05:07: So-oder so sei in jedem Fall sichergestellt dass auf einen Alarm auch ein Einsatz folgt.
00:05:18: Bei der Feuerwehr Feldkirch Toasters ist das vierzig- bis fünfzigmal im Jahr der Fall.
00:05:23: Zwei Drittel davon sind technische Einsätze, darunter fällt alles was nicht brennt, erklärt Katharina.
00:05:29: Gemeint ist die Rettung von Menschen oder Tieren sowie die Abwehr von Sach und Umweltschäden beispielsweise bei Verkehrsunfällen oder Sicherungseinsätzen.
00:05:40: Das kann von der Identifikation und Sicherung unbekannter austretender Stoffe über das Auspumpen von Källern bis zur Entfernung umgestürzter Bäume alles sein.
00:05:53: Brandeinsätze gibt es glücklicherweise deutlich weniger, erzählt Katharina.
00:05:58: Die Verbandsstatistik von twenty-fünfundzwanzig belegt das.
00:06:02: Zu technischen Einsätzen wurden die Feuerwehren in Vorarlberg ganze drei tausend dreihundert zwei Mal gerufen.
00:06:10: Zwei-tausend, zweihundertneunmal gab es Brandalarm.
00:06:13: Tatsächlich gebrannt hat es dabei eintausend, einhundertachtundzwanzig Mal!
00:06:20: Gemeinsam durchs Feuer.
00:06:23: Im Ernstfall ist Katharina als Zugkommandantin Davy Dort zuständig für drei Autos mit jeweils einem Gruppenkommandanten und acht weiteren Mannschaftsmitgliedern.
00:06:35: Ein großes Team und viel Verantwortung Eine Aufgabe in die sie in den letzten zwanzig Jahren bei der Feuerwehr hineingewachsen ist.
00:06:44: Und, die passionierte Feuerwehrfrau geht auch heute noch selbst gern durchs Feuer – sprichwörtlich!
00:06:50: Doch was ist das für ein Gefühl wenn man mitten in den Flammen steht?
00:06:56: Das ist schon auch beängstigend, zack Katharina.
00:06:58: aber ich habe dann ein klares Ziel vor Augen weiß was ich zu tun habe und man isst in so einer Situation auch nie alleine.
00:07:07: Dieses Gemeinschaftsgefühl kennt und schätzt Katharina auch außerhalb der Einsätze, nicht nur wenn es darum geht feste zu feiern.
00:07:14: Wenn ich bei irgendetwas Hilfe brauche muss ich nur das Telefon in die Hand nehmen und weiß.
00:07:20: im nächsten Moment stehen dreißig Leute da!
00:07:23: Das Leben und das Zuhause von Menschen und Tieren schützen zu können ist für die fünfundreißigjährige das beste an der Feuerwehr aber diese unerschütterliche Gemeinschaft kommt gleich danach.
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