KW9 | Ausgabe 5 | Thema: Zuhause
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00:00:00: Und wo arbeitest du so?
00:00:03: Wer in Vorarlberg in Vollzeit arbeitet, verbringt bis zu vierzig Stunden pro Woche an seinem Arbeitsplatz.
00:00:10: Überstunden nicht mitgerechnet!
00:00:13: Wie prägen uns die Orte, an denen wir so viel Zeit verbringen und welche Spuren hinterlassen
00:00:19: wir?!
00:00:20: Wir haben Christian Irma und Michael bei der Arbeit besucht und drei ganz unterschiedliche Einblicke bekommen Wo auch immer sein Beruf.
00:00:29: Christian Feuerstein hinführt, er kommt mit seinem Arbeitsplatz.
00:00:34: Einem eisblauen Sattelschlepper mit roten Zierelementen der voll beladen schlappe vierzig Tonnen auf die Straße bringt.
00:00:43: Damit transportiert der passionierte Lkw-Fahrer Holz-, Glas-, Beton-, Baustahl und andere Materialien für das Baunebengewerbe von A nach B. In einem Umkreis von ca.
00:00:57: dreihundert Kilometern ist er unter der Woche jeden Tag unterwegs, sei es in Vorarlberg, in der Schweiz, Süddeutschland oder in Tirol.
00:01:07: Trotzdem macht seine Zugmaschine den Eindruck als wäre sie gerade erst vom Bank gelaufen.
00:01:14: Ordnung ist die halbe Strecke.
00:01:18: Ich mag es gerne aufgeräumt, schmunzelt Christian.
00:01:21: Namensschilder, Wimpelketten oder anderes – was man in Lkws häufig findet – sucht man im Fahrerhaus des neunundfünfzigjährigen Vergebens.
00:01:31: Für ihn gilt «weniger ist mehr».
00:01:34: Und für die Dinge, die er auf der Fahrt mehr- oder weniger regelmäßig braucht gibt es genug Stauraum.
00:01:41: Etwa für seinen Toilettenbeutel ohne den Christian auch auf kurzen Strecken nie unterwegs ist!
00:01:48: Schließlich hat er vor Ort ständig Kundenkontakt und geht nicht nur in Lagerhallen, sondern auch in Büros ein-und aus.
00:01:56: Da sind saubere Hände und ein ordentliches Auftreten Pflicht – auch wenn er gerade noch Zementsäcke verladen hat!
00:02:04: Es gibt nur zwei Dinge die ihn Christians Fahrerhaus nicht zur Serienausstattung gehören.
00:02:10: das eine ist eine metallene Brotdose auf der Mittelkonsole mit dem Logo seines Arbeitgebers auf den Bambusdeckel.
00:02:17: Darin bewahrt er auf, was stets griffbereit sein muss.
00:02:20: Also verschiedene Ladekabel, Brillenputztücher und so weiter.
00:02:25: Das andere ist eine Christophorus-Plakette die am Armaturenbrett klebt.
00:02:31: Die war schon da als Christian den LKW von einem anderen Fahrer übernommen hat.
00:02:35: Ich habe sie behalten kann ja nicht schaden sagt er schmunzelnd.
00:02:41: Faszination für schweres Gerät.
00:02:44: Seit fast vierzig Jahren fährt Christian inzwischen LKV Fasziniert von schweren Kraftfahrzeugen, aber war er schon viel früher.
00:02:53: Als Kind konnte ich dreimal hintereinander die selbe Folge von Aufachse mit Manfred Krug anschauen und fand es immer noch spannend – erzählt er!
00:03:02: Früher war Christian wie sein Kindheitsidol im Fernverkehr unterwegs.
00:03:07: Italien, England, Cannes in Frankreich und auch auf dem Alexanderplatz in Berlin ist er mit seinem Lkw schon gestanden.
00:03:15: Heute bleibt sein Bettzeug jedoch die meiste Zeit gut in den Ablageboxen verstaut.
00:03:22: Denn im Fahrerhaus übernachtet Christian inzwischen nur noch, wenn ein Auftrag ihn nach Gent führt.
00:03:28: Ansonsten kommt er jeden Tag nach Hause – wann genau das weiß er in den meisten Fällen allerdings erst sehr kurzfristig!
00:03:36: Man muss in diesem Job flexibel sein, sagt Christian, dass er keine Kinder hat macht es für ihn
00:03:41: leichter.".
00:03:43: Ein aktives Vereinsleben oder andere regelmäßige Verpflichtungen sind mit seinem Arbeitsalltag schwer vereinbar.
00:03:51: Seinen Ausgleich finde Christian deshalb vor allem bei ausgedehnten Wandertouren, die er an den Wochenenden unternimmt.
00:03:58: Das hält ihn auch körperlich fit denn ein paar Jahre möchte der erfahrene Trucker schon noch mit seinem rollenden Arbeitsplatz unterwegs sein.
00:04:08: Um Punkt neun Uhr öffnet das Schwimmbad felsenau seine Pfoten.
00:04:13: Guten Morgen ruft Irma Slotmarker gut gelaunt in die Runde der Badegäste, die bereits vor der Türe warten.
00:04:20: Guten Morgen!
00:04:21: Halt es mehrstimmig zurück bevor ein Badegas nach dem anderen die Saisonkarte an das Lesegerät hält und zu Irma an das geöffnete Kassafenster tritt.
00:04:32: Man kennt sich in der Felsenau.
00:04:35: Hier sitzt Irma am ihrem Schreibtisch fast wie im Bilderaum.
00:04:40: Hinter ihr lehnen ein paar knallrote Sonnenschirme in der Ecke, einen Kasten steht an der Wand hinter ihr und an der Decke zieht ein Ventilator Träge seine Kreise.
00:04:51: Wie aus dem Nichts zaubert Irma für jeden Gast, der im Bad einen Spind oder eine Kabine gemietet hat den richtigen Schlüssel und ein paar persönliche Worte hervor.
00:05:01: Seit Jahrzehntausend wacht Irma über den Eingangsbereich des ältesten noch bestehenden Schwimmbads in Vorarlberg.
00:05:09: Sie kennt ihre Gäste, die meisten auch beim Namen.
00:05:13: Viele kommen schließlich fast jeden Tag und bei fast jedem Wetter.
00:05:17: Doch auch Irma ist keine Unbekannte.
00:05:21: Seit Irma in den späten Ninzenhundertachzigerjahren zum Arbeiten nach Voralberg kam hatte sie immer viel mit Menschen zu tun.
00:05:29: Ich habe lange in einem bekannten Lokal im Feldkirch hinter der Bar gearbeitet und hatte dann noch zwei Jahre eine eigene Bar erzählt sie.
00:05:37: Heute sind die Kinder groß und die inzwischen neun um fünfzigjährige arbeitet als Kassamitarbeiterin für die Freizeitbetriebe Feldkirch, von Mai bis September im Schwimmbad Felsenau.
00:05:49: Und von Oktober bis April in der Vorarlberghalle.
00:05:53: Das hat sich sehr gut ergeben.
00:05:54: ich wollte ja wieder in Vollzeit arbeiten sagt Irma.
00:05:58: In den Sommermonaten ist im Freibad einiges los.
00:06:03: Während von neun Uhr morgens bis acht Uhr abends Badegäste ein- und ausgehen, sorgt Irma gemeinsam mit ihren Kolleginnen dafür das alles rundläuft.
00:06:14: Sie begrüßt die Besucherinnen, gibt Tageskarten aus, verleiht Sonnenschirme und Taucherbrillen und behält im gesamten Bad den Überblick.
00:06:24: Besonders am Herzen liegen ihr die Geranien – die hier überall in Blumenkästen blühen!
00:06:29: Es soll schließlich hübsch aussehen, wenn die Gäste hierher kommen um sich zu erholen.
00:06:36: Ein offenes Ohr und eine offene Tür.
00:06:40: Wenn Irma an ihrem Platz sitzt steht die Türe immer offen Sei es für ein süßes Trostpflaster bei aufgeschürften Knien oder für ein kurzes Pläuschen zwischen Tür- und Angel.
00:06:53: Wer hier steht, kann auch die Kinderzeichnungen über dem Drucker hängen sehen.
00:06:57: Die Irma von kleinen Badegästen geschenkt bekommen hat oder die gelbe Plüschente, die von der Decke baumelt – ebenfalls ein Geschenk!
00:07:07: Überhaupt haben es die Entenirma angetan.
00:07:11: Auf dem Schlüsselbord thront eine ganze Reihe von Badeenten in unterschiedlichsten Aufmachungen Eine Sammlung, die der ehemalige Bademeister angefangen hat und die Irma nun fortsetzt.
00:07:23: Ansonsten braucht sie nicht viel um sich an ihrem Arbeitsplatz wohlzufühlen.
00:07:28: Musik ist wichtig sagt sie.
00:07:30: das Radio läuft bei Irma den ganzen Tag aber sonst?
00:07:35: Ich bin glücklich wenn ich unter Leuten bin sagt sie.
00:07:38: hier habe ich noch dazu viel frische Luft und eine traumhafte Aussicht.
00:07:42: was will man mehr?
00:07:45: Wer in Michael Schallerts Büro möchte, landet zunächst in einer Abstellkammer.
00:07:52: Dahinter allerdings liegt ein großzügiger Raum mit einem ebenso grosszügigen Schreibtisch – eine Art Küchenzeile und einem zweiten Arbeitsplatz der Michaels-Stellvertreterin Eva gehört!
00:08:05: Der sechsen dreißigjährige ist seit Juli zwanzig fünfundzwanzig Stationsleiter der Kinder- und Jugendheilkunde im Landeskrankenhaus Feldkirch.
00:08:15: Dass er irgendwas mit Kindern machen will, wusste der gebürtige Brandner schon als er selbst noch eins war.
00:08:23: Es gibt neben meiner Familie nur drei Dinge die mir wirklich wichtig sind sagt er Fischen Weihnachten und Kinder.
00:08:32: Vertrauen is das Wichtigste.
00:08:35: Auf der Station werden Kinder und Jugendliche jeden Alters behandelt und gepflegt.
00:08:40: Dabei steht nicht nur die physische und medizinische Heilung im Fokus.
00:08:45: Unser Ziel ist die Aufrechterhaltung des Wohlbefindens- und der Schutz der Kinder, erklärt Michael Ernst – und das geht nur wenn die Patientinnen und Eltern einem vertrauen.
00:08:57: Deshalb versucht Michael zu jedem und jeder seiner Patientinnen eine Beziehung
00:09:01: aufzubauen.".
00:09:03: Er nimmt sich Zeit zuzuhören, etwas noch einmal in Ruhe zu erklären oder einfach mal einen Keks zu holen wenn sonst nichts mehr hilft.
00:09:13: Nie ohne sein Team!
00:09:16: Seit Michael die Stationsleitung übernommen hat sind neben der Pflege die administrativen Aufgaben deutlich mehr geworden.
00:09:24: das heißt er verbringt viel zeit im Büro.
00:09:28: Dienstpläne, Qualitätssicherung, Urlaubswünsche, Fortbildungen und so weiter und sofort für forty-f.
00:09:34: vier Pflegekräfte laufen über Michael Schreibtisch.
00:09:37: Und über sein Team lässt er nichts kommen!
00:09:40: Das macht auch die Fotokollage deutlich, die mit dem Spruch nie ohne mein Team über seinem Schreibtische hängt.
00:09:48: Ein toller Hecht und Lieblingssocken.
00:09:52: Dass Michael in seiner Freizeit begeisterter Fischer ist wissen seine Kolleginnen natürlich.
00:09:57: Das erklärt auch, wie ein plüschiger Hecht den Weg in Michaels Büro gefunden hat.
00:10:03: «Das war ein Geschenk von meiner Kollegin Eva», sagt er.
00:10:06: Genauso wie einige der Tassen mit unterschiedlichsten Aufdrucken von Weihnachtsmotiven bis zu motivierenden Sprüchen.
00:10:14: Anders als in der aktiven Pflege arbeitet Michael in seiner aktuellen Position von Montag- bis Freitag zu den klassischen Bürozeiten.
00:10:24: An Bürotagen kommt er in Zivilkleidung, an anderen trägt er dieselbe Pflegedienstkleidungen wie seine Kolleginnen.
00:10:32: Und an ganz besonderen Tagen darf es statt der langweiligen weißen Socken auch mal sein Lieblingspaar sein – das mit dem Gesicht seiner kleinen Tochter Paulina!
00:10:45: Ausgezeichnete Arbeit.
00:10:48: Wer sich nicht von der Süßigkeiten-Schale auf dem Besuchertisch ablenken lässt, kann einiges entdecken in Michael Schallerts Büro.
00:10:57: Doch etwas fehlt – Der Pflege-Award zwanzig sechsundzwanzig den er gerade im Frühjahr gewonnen hat!
00:11:04: »Der steht daheim auf der Kommode« sagt Michael.
00:11:08: Die Trophäe sei zwar sehr hübsch doch noch viel mehr würden ihm die Hunderten von Nachrichten bedeuten, die er nach der Verleihung bekommen habe….
00:11:17: Eine hat ihn besonders berührt.
00:11:20: Und sie fasst zusammen, was offenbar viele von Michels Patientinnen und deren Angehörigen empfinden.
00:11:26: Sie lautet ...
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